Verhütungscomputer – Alles zu Anwendung, Sicherheit und Preis

Verhütungscomputer

Verhütungscomputer

Ein Gerät, das genau ausrechnet, an welchen Tagen im Monat du schwanger werden kannst und an welchen nicht – das klingt einfach traumhaft, oder? Ein Verhütungscomputer tut genau das. Warum das jedoch nicht immer funktioniert und was du daher beachten solltest, liest du hier.

Steckbrief:

  • Pearl-Index: 6
  • Geeignet für: Frauen, die gern ihren Zyklus im Blick haben und ihre fruchtbaren Tage kennen möchten, die aber eine Schwangerschaft nicht unbedingt ausschließen wollen
  • Kosten: je nach Modell zwischen 100 Euro und mehreren Hundert Euro plus Teststreifen, die 8 bis 35 Euro pro Monat kosten
  • Hier erhältlich: frei im Handel erhältlich

Wirkung

Mithilfe eines Verhütungscomputers wird der Morgenurin einem Hormontest unterzogen: Das Gerät misst, wie viel luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) im Urin enthalten sind. Anhand dieser Werte berechnet der Computer die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau.

Gut zu wissen: Die Hormonkonzentration ist kurz vor dem Eisprung besonders hoch. Zusätzlich wird bei einigen Modellen die genaue Körpertemperatur gemessen, die nach dem Eisprung um 0,2 bis 0,4 Grad höher ist.

Anwendung

Am ersten Tag der Monatsblutung beginnt die Messung mit dem Verhütungscomputer: Dazu gibst du das Datum in das Gerät ein. Anschließend informiert dich der Computer darüber, an welchen Tagen du den Morgenurintest durchführen sollst. Pro Zyklus geschieht das etwa vier- bis achtmal.

Dabei wird ein mit morgendlichem Urin getränktes Teststäbchen beziehungsweise ein spezieller Teststreifen in das Gerät eingeführt. Nach einigen Minuten zeigt der Computer per Lichtsignal an, an welchen Tagen du nicht schwanger werden kannst – und wann du verhüten solltest, falls aktuell kein Kinderwunsch besteht.

Es gibt auch Verhütungscomputer, die die fruchtbaren Tage anhand der Temperatur bestimmen. Dafür musst du jeden Morgen nach dem Aufwachen (möglichst zur gleichen Uhrzeit) deine Temperatur messen. Diese trägst du anschließend in den Computer ein. Der registriert, wann die Temperatur ansteigt, was bedeutet, dass der Eisprung stattgefunden hat.

Wenn du ganz sichergehen willst, entscheide dich für einen Kombinationscomputer, denn dieser misst sowohl die Basaltemperatur als auch die Hormonkonzentration im Urin.

Vorteile und Nachteile
Pro
  • keine Einnahme von Hormonen
  • kein Eingriff in die Körpervorgänge
  • einfache Handhabung
Contra
  • niedriger Verhütungsschutz
  • an fruchtbaren Tagen muss zusätzlich verhütet werden
  • spontaner, ungeplanter Sex ist nicht möglich

Verhütungspannen: Das kann schiefgehen

Wenn der Urintest am Morgen vergessen und stattdessen später nachgeholt wurde, ist das Ergebnis meist nicht mehr aussagekräftig. Wie bei jedem technischen Gerät besteht außerdem auch beim Verhütungscomputer ein gewisses Risiko, dass er einen Defekt hat und ein falsches Ergebnis anzeigt. Frauen, die sich darauf verlassen, könnten daher ungewollt schwanger werden.

Urintest
Der Verhütungscomputer funktioniert über einen Urintest. (© 2018 Elnur, Shutterstock)

Geeignet für

Die Hersteller der Geräte empfehlen diese häufig nicht unbedingt als Verhütungsmittel, sondern eher als Hilfsmittel für die natürliche Familienplanung. Außerdem eignet sich der Verhütungscomputer nur für Frauen, die eine Zykluslänge von 23 bis 35 Tagen haben.

Im Umkehrschluss ist er für Frauen mit besonders kurzem oder langem Zyklus nicht geeignet. Das Gleiche gilt für Frauen, die stillen. Wer zuvor die Pille genommen hat, schwanger war oder gerade abgestillt hat, muss abwarten, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat.

Weitere Möglichkeiten

Die Funktion des Gerätes als Verhütungsmittel lässt sich auch umkehren und für die Familienplanung einsetzen: Da der Computer die fruchtbaren Tage ermittelt, verwenden ihn auch Frauen, die sich ein Kind explizit wünschen.

Pille Danach