Verhütungscomputer

Verhütungscomputer

Ein Gerät, das genau ausrechnet, an welchen Tagen im Monat du schwanger werden kannst und an welchen nicht – das klingt einfach traumhaft, oder? Ein Verhütungscomputer tut genau das. Warum das jedoch nicht immer funktioniert und was du deshalb beachten solltest, liest du hier.

Wirkung

Mithilfe eines Verhütungscomputers wird der Morgenurin einem Hormontest unterzogen: Das Gerät misst, wie viel luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) im Urin enthalten sind. Anhand dieser Werte berechnet der Computer die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau. Gut zu wissen: Die Hormonkonzentration ist kurz vor dem Eisprung besonders hoch. Zusätzlich wird bei einigen Modellen die genaue Körpertemperatur gemessen, die nach dem Eisprung um 0,2 bis 0,4 Grad höher ist.

Anwendung

Am ersten Tag der Monatsblutung beginnt die Messung mit dem Verhütungscomputer: Die Frau muss das Datum in das Gerät eingeben. Anschließend informiert der Computer sie, an welchen Tagen sie den Morgenurintest durchführen muss, pro Zyklus geschieht das etwa vier- bis achtmal. Dabei wird ein mit morgendlichem Urin getränktes Teststäbchen beziehungsweise ein spezieller Teststreifen in das Gerät eingeführt. Nach einigen Minuten zeigt der Computer per Lichtsignal an, an welchen Tagen die Frau nicht schwanger werden kann – und wann sie verhüten sollte, falls sie keinen Kinderwunsch hat.

Sicherheit

Der Pearl-Index von Verhütungscomputern liegt bei etwa 6 – das heißt, das 6 von 100 sexuell aktiven Frauen, die auf diese Art verhüten, pro Jahr schwanger werden. Damit bietet die Methode einen sehr viel niedrigeren Schutz als etwa Pille oder Kondom . Es wird deshalb empfohlen, sich zusätzlich mit mechanischen Verhütungsmitteln, wie mit einem Kondom, zu schützen, wenn eine Schwangerschaft wirklich verhindert werden soll.

Nachteile

Der größte Nachteil ist sicherlich der relativ niedrige Verhütungsschutz, den die Geräte bieten. An den ermittelten fruchtbaren Tagen muss in jedem Fall zusätzlich verhütet werden – spontaner, ungeplanter Sex ist deshalb oft nicht möglich. Einige Frauen sollten die Methode lieber nicht anwenden:
Zum Beispiel Frauen mit besonders kurzem oder langem Zyklus – der Zyklus sollte 23 bis 35 Tage lang sein. Auch für Frauen, die stillen, eignet sich die Methode nicht. Wer zuvor die Pille genommen hat, schwanger war oder gerade abgestillt hat, muss abwarten, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat. Frauen mit bestimmten Erkrankungen der Leber oder Niere sollten auf andere Verhütungsmittel zurückgreifen.

Geeignet für

Frauen, die gerne ihren Zyklus im Blick haben und ihre fruchtbaren Tage kennen möchten – die aber eine Schwangerschaft nicht unbedingt ausschließen wollen. Auch die Hersteller der Geräte empfehlen diese häufig nicht unbedingt als Verhütungsmittel, sondern eher als Hilfsmittel für die natürliche Familienplanung. Außerdem eignet sich der Verhütungscomputer nur für Frauen, die eine Zykluslänge von 23 bis 35 Tagen haben.

Weitere Möglichkeiten

Die Funktion des Gerätes als Verhütungsmittel lässt sich auch umkehren und für die Familienplanung einsetzen: Da der Computer die fruchtbaren Tage ermittelt, verwenden ihn auch Frauen, die sich ein Kind wünschen.

Kosten

Verhütungscomputer kosten – je nach Modell – zwischen 100 Euro und mehreren Hundert Euro. Zusätzliche Kosten entstehen durch die Teststreifen – hier müssen Frauen mit weiteren 8 bis 35 Euro pro Monat rechnen.

Hier erhältlich

Verhütungscomputer sind frei im Handel erhältlich.