Kondom

Kondom

Das Kondom zählt zu den absoluten Klassikern unter den Verhütungsmitteln – zu Recht! Immerhin erfüllt das Präservativ gleich zwei wichtige Aufgaben auf einmal: Es schützt dich sowohl vor einer ungewollten Schwangerschaft als auch vor sexuell übertragbaren Infektionen. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die Verhütung mit Kondom.

Wirkung

Das Kondom ist ein mechanisches Verhütungsmittel für den Mann, das aus einer extrem dünnen und gleichzeitig reißfesten Latexhülle besteht. Über den steifen Penis gerollt, bleibt an der Spitze des Kondoms ein Reservoir bestehen, dass die Samenflüssigkeit bei der Ejakulation auffängt. Auf diese Weise können die Spermien nicht in die Scheide der Frau gelangen, um eine Eizelle zu befruchten. Außerdem verhindert das Präservativ den direkten Kontakt zwischen Scheidenschleimhaut und Penis – und bietet so beiden Partnern Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Anwendung

Die Anwendung des Kondoms braucht in der Regel etwas Übung: Kurz vor dem ersten Kontakt zwischen Penis und Scheide wird das Kondom über das steife Glied gestülpt. Die Packung sollte sehr vorsichtig geöffnet werden, um die dünne Latexhaut nicht durch scharfe Kanten oder spitze Fingernägel zu beschädigen. Ehe das Kondom aufgesetzt wird, sollte die Luft aus dem Reservoir an der Spitze des Präservativs herausgedrückt werden – nur so ist gewährleistet, dass ausreichend Platz für die Samenflüssigkeit bleibt. Außerdem muss die Rolle nach außen zeigen. Anschließend wird das Kondom auf dem steifen Penis vollständig abgerollt. Nach Belieben kann zusätzlich Gleitmittel auf das Kondom aufgetragen werden, damit das Glied leichter in die Scheide gleiten kann. Achtung: Wird das Kondom aus Versehen falsch herum aufgesetzt – mit dem Röllchen nach innen – und lässt sich nicht abrollen, sollte es nicht einfach umgedreht, sondern auf jeden Fall ein neues Kondom benutzt werden. Denn es befinden sich eventuell bereits Spermien oder Krankheitserreger auf der Oberfläche. Lässt sich das Kondom nicht leicht oder gar nicht abrollen, hat es möglicherweise die falsche Größe oder Form. Nach dem Sex wird das Kondom idealerweise entfernt, solange das Glied noch erigiert ist, damit es nicht "verloren" geht und kein Sperma in die Scheide gelangen kann. Beim Herausziehen sollte das Kondom an der Peniswurzel gut festgehalten werden, damit es nicht abrutscht. Benutzte Kondome sollten nicht über die Toilette, sondern über den Abfall entsorgt werden.

Sicherheit

Der Pearl-Index gibt an, wie zuverlässig eine Methode zur Empfängnisverhütung ist. Für Kondome wird der Pearl-Index mit 2 – 12 angegeben, das heißt: In unterschiedlichen Untersuchungen wurden im Laufe eines Jahres 2 bis 12 Frauen schwanger. Die große Spanne ist mit Anwendungsfehlern und mangelnder Passgenauigkeit zu erklären. Damit können Kondome mit den sichersten Verhütungsmethoden wie Pille und Co. zwar nicht mithalten, bei perfekter Anwendung bieten sie aber einen ähnlich zuverlässigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Der größte Sicherheitsvorteil von Kondomen liegt auf der Hand: Die Latexhaut schützt beide Partner relativ gut vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien, Feigwarzen und HIV. Dieser Vorteil kommt vor allem bei wechselnden Partnern zum Tragen. Paare, die mit Kondomen verhüten, sollten sich jedoch stets vor Augen führen, dass die Sicherheit stark von den Sexualpraktiken abhängt. Durch den Gebrauch eines Präservativs wird nur ein Teilbereich vor unerwünschten Krankheitserregern abgeschirmt. Damit Kondome wirklich sicher sind, spielt auch die richtige Größe und Passform eine wichtige Rolle. Übrigens: Viele Frauen, die die Pille nehmen, verhüten zusätzlich mit einem Kondom. Insbesondere wenn die Wirkung der Pille durch beispielsweise eine Antibiotikaeinnahme, einen Anwendungsfehler, Durchfall oder Erbrechen geschwächt ist, kann das Kondom die Verhütungssicherheit erhöhen. Tipp: Bevor ein Kondom verwendet wird, sollte stets auf das Haltbarkeitsdatum geachtet werden. Ist dieses abgelaufen, können Kondome brüchig werden. Außerdem ist beim Kauf auf die CE-Kennzeichnung mit Prüfstellennummer zu achten.

Nachteile

Werden Kondome fehlerhaft angewendet oder falsch aufbewahrt, schützen die Präservative unter Umständen nicht mehr vor einer Schwangerschaft. Fingernägel, Piercings oder kantige Gegenstände können das Latex beschädigen und das Kondom unsicher machen. Manche Paare stören sich an dem Latexgeruch und daran, dass das Liebesspiel kurzzeitig unterbrochen werden muss, um das Kondom überzuziehen. Einige Männer beklagen außerdem, dass ihre Empfindungsfähigkeit durch das Latex negativ beeinträchtigt wird.

Geeignet für

Frauen mit häufig wechselnden Partnern sollten in puncto Verhütung stets auf ein Kondom zurückgreifen – vor allem, um einen gewissen Infektionsschutz sicherzustellen. Auf die Verwendung eines Präservativs zu bestehen, muss niemandem peinlich sein. In dauerhaften Beziehungen nimmt der Kondom-Gebrauch in der Regel ab. Bei kleinen Pillen-Pannen greifen jedoch auch viele Paare auf das Kondom zurück.

Kosten

Die Kosten für ein Kondom aus Latex liegen bei etwa 20 Cent bis 1,20 Euro – wobei es auch auf die Packungsgröße ankommt. Latexfreie Kondome aus Polyurethan sind etwas teurer und schlagen mit etwa einem Euro pro Stück zu Buche.

Hier erhältlich

Kondome sind üblicherweise sowohl in der Apotheke als auch an Tankstellen, Kiosken, in Supermärkten, Drogerien oder an speziellen Automaten erhältlich. Auch im Internethandel können Kondome bestellt werden.