Women's March: Der Kampf für Frauenrechte wird lauter

Women's March: Der Kampf für Frauenrechte wird lauter

Für Frauenrechte und sexuelle Selbstbestimmung kämpfen Frauen seit Jahrzehnten – und noch immer ist es wichtig, nicht nachzulassen.

Women's March: Der Kampf für Frauenrechte wird lauter

Frauenrechte, sexuelle Selbstbestimmung – diese Themen sind momentan brandaktuell. Oder "wieder"? Mit Power und Kreativität zeigte zum Beispiel der Women's March nach der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump: Für Frauenrechte und Gleichberechtigung auf die Straße zu gehen, ist auch heute noch nötig und wichtig. Und der Protest geht weiter.

Die Geburtsstunde: Der Women's March on Washington 2017

Nach Veranstalter-Angaben protestierten 2017 einen Tag nach Donald Trumps Amtseinführung rund 700.000 Frauen und Männer, viele von ihnen mit pinkfarbenen Wollmützen ("Pussy Hats") auf den Köpfen, friedlich in Washington und riefen damit ein weltweites Echo hervor – auch in Deutschland. Der neue US-Präsident hatte sich mit frauenfeindlichen Äußerungen im Wahlkampf als ein Vertreter von Ansichten erwiesen, die noch vor ein paar Jahren längst überwunden schienen.

Alles zur Pille Danach

Die Statements der Teilnehmer waren vielfältig, eines aber dominierte: Frauen haben ein Recht darauf, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, ob es nun um das Erscheinungsbild geht, um die sexuelle Orientierung oder um das bestehende Recht auf Abtreibung. Der Women's March thematisierte auch, dass sexuelle Belästigung körperlicher oder verbaler Art ein No-Go ist. Traurig, daran immer wieder erinnern zu müssen, fanden viele – und kamen daher erst recht. So zitierte etwa das "Zeit Magazin" eine Teilnehmerin, die 61-jährige Catherine Lee: Schon in den 1960er Jahren habe sie an ähnlichen Demonstrationen teilgenommen, und sie fürchte, dass dies noch lange nicht der letzte Protest sein werde.

2018: Der Protest geht in die nächste Runde

Catherine Lee sollte Recht behalten. Ein Jahr nach dem großen Women's March on Washington formierte sich wieder eine große Protestbewegung, die an Lautstärke und Kraft nicht eingebüßt hat. Der Women's March 2018 lief unter dem Titel "Power to the Polls" (deutsch: Alle Macht den Wahlen). Frauen kritisierten nicht nur den US-Präsidenten Donald Trump, sondern weiteten ihren Fokus auf das gesamte politische System aus. Die Protestierenden forderten, die Frauenquote in der Politik zu erhöhen und stärker auf die Rechte von Frauen einzugehen. Derweil liegt der Anteil an Politikerinnen im amerikanischen Kongress bei etwa 20 Prozent. Die Macher hinter dem Women's March riefen daher dazu auf, in künftigen Wahlen Kandidaten oder Kandidatinnen zu wählen, die die eigenen Interessen widerspiegeln. So könne das politische System proaktiv mitgestaltet werden.

Hundertausende Frauen gingen am 21. Januar 2018, ein Jahr nach dem Women's March on Washington, auf die Straße und forderten mehr Gleichberechtigung, Achtung und Respekt. In Las Vegas sollen sich laut Stadtverwaltung rund eine halbe Million Protestierende versammelt haben, in News York gab die Polizei die Zahl der Demonstrierenden mit 200.000 an. In weiteren 250 Städten formierten sich solidarische Sister Marches, auch in Berlin, wo rund 1.000 Teilnehmer für Frauenrechte einstanden.

Seit 2017 werden die Stimmen der Frauen immer lauter – und so wachsen auch die Ambitionen, etwas zu bewegen. Ein Beispiel dafür sind sowohl die #MeToo- als auch die #TimesUp-Kampagne.  Etliche Frauen schlossen sich zusammen und zeigten sich solidarisch im Kampf gegen sexuelle Belästigung und Fehlverhalten gegenüber Frauen. Ihr Ziel ist es, das Schweigen zu brechen und Missstände öffentlich zu diskutieren, um Sexismus endgültig ein Ende zu setzen. Beim Women's March 2018 fanden sich viele Anhängerinnen der Bewegungen unter den Protestierenden. Sie wurden von anwesender Starpower unterstützt. Prominente Teilnehmerinnen waren beispielsweise Viola Davis, Scarlett Johansson, Jane Fonda und Eva Longoria. Trumps Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton meldete sich via Social Media zu Wort. Auf Twitter schrieb sie: "2017 war der Women's March ein Zeichen der Hoffnung und des Widerstands. 2018 ist er ein Beweis für die Stärke und Kraft von Frauen auf der ganzen Welt. Lasst uns dieselbe Stärke in diesem Jahr an den Wahlurnen zeigen."

Für Frauenrechte kämpfen: Ein Umdenken steht an

Frauenrechte, das ist ein großes Wort, aber die sexuelle Selbstbestimmung zu schützen, beginnt bei den vermeintlich kleinen Dingen im Alltag. Vielleicht bist du auch schon einmal aufgefordert worden, doch öfter zu lächeln, dann würden andere dich viel positiver sehen? Viele Frauen kennen das, Männer hingegen eher weniger. Oder jemand meint, nur weil du eine Frau bist, weiß er automatisch alles besser als du – Stichwort Mansplaining.

Geht es um Sex und Körperlichkeit, müssen Frauen auf Wertungen und Abwertungen erst recht nicht lange warten: zu dick, zu dünn, zu unweiblich, zu sexy. One-Night-Stands, wechselnde Partner und ein gesundes Selbstbewusstsein, was den eigenen Körper angeht – na, mit der Frau muss ja was nicht stimmen. Und diejenigen Frauen, die 'Nein' sagen und nicht bei jedem Abenteuer mitmachen wollen, werden direkt als prüde oder zickig abgestempelt. So denken nicht nur Männer, sondern auch viele andere Frauen. Grund genug also, Anlässe wie den Women's March zu nutzen, um sich über solche grundlegenden Ungerechtigkeiten zumindest mal wieder Gedanken zu machen. Oder am besten gleich mitzumarschieren.

Hier setzen auch wir ein Zeichen für Selbstbestimmung: #nurwennicheswill – schau mal rein!

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