Verhütungs-Apps bei Stiftung Warentest: Nur drei sind "gut"

Verhütungs-Apps bei Stiftung Warentest: Nur drei sind "gut"

Wie praktisch, mit dem Eisprungkalender auf dem Handy die fruchtbaren Tage im Blick zu behalten – aber viele Verhütungs-Apps sind alles andere als sicher.

Verhütungs-Apps bei Stiftung Warentest: Nur drei sind "gut"

Frauen sind nur wenige Tage im Zyklus fruchtbar. Diese Zeitspanne sollen Verhütungs-Apps ermitteln und anzeigen, wann du unbedingt zusätzlich mit einem Kondom verhüten solltest. Doch so simpel die Berechnung auch erscheint, ganz so einfach ist es mit dem Zyklus der Frau nicht. Genau deshalb hat Stiftung Warentest die Anwendungen einmal genau unter die Lupe genommen – und festgestellt, dass die meisten Apps keinen sicheren Schutz bieten.

Drei Viertel der Verhütungs-Apps fielen im Test durch

Ein Eisprungkalender ist echt praktisch. Er dokumentiert deinen Menstruationszyklus, sodass du den Überblick behältst, wann die nächsten "Tage" anstehen. Mithilfe von Verhütungs-Apps lassen sich diese Daten unkompliziert und übersichtlich sammeln. Wer sie jedoch zur natürlichen Verhütung nutzen möchte, sollte bei den Anwendungen ganz genau hinschauen, um das richtige Tool zu finden.

Alles zur Pille Danach

Stiftung Warentest untersuchte die 23 beliebtesten deutschsprachigen Zyklus-Apps – 12, die für Android angeboten werden, und 11 für iOS. Die Untersuchungen der Experten ergaben, dass die Mehrheit unbrauchbar ist. Nur drei Anwendungen erhielten die Note "gut", eine "ausreichend", die restlichen wurden mit "mangelhaft" bewertet.

Der Eisprung lässt sich nicht vorhersagen

Das Problem der meisten Verhütungs-Apps ist, dass sie den Eisprung nicht aufgrund individueller Symptomatiken ermitteln. Sie berechnen den Eisprung aufgrund eines Mittelwerts. Bedeutet: Die Zykluslängen der Nutzerin werden zusammengefasst und ein Durchschnitt wird errechnet, der dann ausspuckt, wann der Eisprung wahrscheinlich eintritt. Doch der Zyklus der Frau ist weitaus komplizierter als eine einfache Statistik. Sport, Stress, Reisen, Krankheit etc. können den Rhythmus durcheinanderbringen – und schon verschiebt sich der Eisprung unerwartet. Wer sich auf die Prognosen der Verhütungs-Apps verlasse, könne "eine lebensverändernde Überraschung erleben", so Gunnar Schwan, Projektleiter des Tests.

Und auf welche Eisprungkalender ist Verlass?

Festzuhalten ist erstmal: Diejenigen Verhütungs-Apps, die nur die Zykluslänge zur Ermittlung der fruchtbaren Tage nutzen, fielen im Test durch. Doch es gibt auch durchaus brauchbare Anwendungen. "Lady Cycle" für Android und "myNFP" als Anwendung für Android sowie iOS bekamen die Note "gut". Warum? Weil diese Verhütungs-Apps eben nicht bloß die Zyklusdauer zur Berechnung der fruchtbaren Tage, sondern auch die sogenannte symptothermale Methode nutzen. Frauen messen dabei morgens vor dem Aufstehen ihre Temperatur, geben sie in die App ein und beobachten zusätzlich ihren Ausfluss. Die Kombination dieser Beobachtungen wird auch als natürliche Familienplanung bezeichnet – wie sie funktioniert und wie sicher sie ist, liest du hier.

Das Fazit

Wie du merkst, ist ein sicherer Schutz mithilfe von Verhütungs-Apps nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. "Lady Cycle" und "myNFP" sind relativ sicher, aber nur, wenn die Nutzerin auch bereit ist, die Werte kontinuierlich und gewissenhaft zu messen und in der Anwendung zu dokumentieren.

Andere Eisprungkalender fürs Handy sind hingegen eher dafür geeignet, deinen Zyklus generell im Blick zu behalten. So kannst du bei der Frauenarztuntersuchung beispielsweise kinderleicht sagen, an welchem Tag du dich gerade befindest. Und sollte dir mal eine Verhütungspanne passieren, kannst du mit der Apothekerin leicht herausfinden, ob die Pille Danach jetzt die richtige Notfallverhütung für dich ist. Einen verlässlichen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft bieten solche Verhütungs-Apps auf keinen Fall.

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