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Verhütung für den Mann: Spermienfluss an- und abschalten?

Verhütung für den Mann per Knopfdruck? Eine neu entwickelte Methode will es möglich machen. Das Samenleiterventil ist aber noch in der Testphase.
Verhütung für den Mann: Spermienfluss an- und abschalten?

Gibt es bald eine Revolution in Sachen Verhütung für den Mann? Ein deutscher Erfinder hat jetzt eine Methode entwickelt, mit der sich der Spermienfluss per Knopfdruck unterbrechen lässt. Das klingt praktisch, hat aber auch Nachteile: Das sogenannte Samenleiterventil muss operativ eingesetzt werden und dürfte bei einer Zulassung auch ziemlich teuer werden. Na, ob das die Herren überzeugt?

Patent für Samenleiterventil

Eigentlich ungerecht: Wenn ihr nicht gerade mit Kondomen verhütet, bleibt die Verantwortung eigentlich immer bei dir hängen. Pille, Spirale, Hormonpflaster – Verhütungsmethoden für Frauen gibt es reichlich. Vielleicht bald aber auch eine weitere für den Mann: Der deutsche Erfinder Clemens Bimek hat sich das Samenleiterventil patentieren lassen, das den Spermienfluss schon im Körper des Mannes unterbrechen soll. Wie "Die Welt" berichtet, startet bald eine groß angelegte, ärztlich begleitete Studie, um die Wirksamkeit zu testen.

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Und so soll die Verhütung für den Mann per Samenleiterventil funktionieren: Bei einer Operation wird der Samenleiter durchtrennt, so wie es auch bei einer Vasektomie – also der Sterilisation des Mannes – geschieht. Beide Enden des Samenleiters kommen dann in ein kleines, nur rund zwei Gramm schweres Kästchen mit Samenleiterventil. An- und abschalten lässt sich der Spermienfluss nun per Wippschalter von außen – direkt am Hoden. Klingt lustig, aber der Erfinder hat es tatsächlich an sich selbst getestet und behauptet: Es funktioniert!

Verhütung per Knopfdruck für den Mann muss weiter getestet werden

Ob sich diese aufwendige und wohl auch mehrere Tausend Euro teure Methode aber allgemein durchsetzt – und ob sie auch wirklich zuverlässig ist? Das muss sich noch herausstellen. Vorsichtshalber wollen die Wissenschaftler das Samenleiterventil daher auch erst mal an Männern testen, die auf keinen Fall mehr Kinder zeugen möchten. Für junge Paare, die jetzt noch sicher verhüten möchten, einen Kinderwunsch aber für später nicht ausschließen können, gilt dagegen weiterhin: Abwarten – und auf die vertrauten Methoden Pille, Kondom und Co. zurückgreifen.