Mein Körper

Sexuelle Unlust: Woher sie kommt und was du dagegen tun kannst

Keine Lust auf Sex? Keine Sorge, sexuelle Unlust kommt öfter vor als du vielleicht denkst. Und zwar nicht nur bei Frauen. Die Ursachen sind vielfältig.
Sexuelle Unlust: Woher sie kommt und was du dagegen tun kannst

Phasenweise sexuelle Unlust hat vermutlich schon fast jeder mal erlebt. Auch wenn ihr am Anfang eurer Beziehung das Bett nur verlassen habt, wenn es gar nicht anders ging. Es ist völlig normal, dass sich in längeren Beziehungen irgendwann ein wenig sexuelle Unlust breit macht. Und zwar nicht nur bei Frauen: Das Klischee, dass Männer immer können und ihre Herzensdamen ständig "Migräne" haben, stimmt nämlich nicht. Sagen zumindest britische Wissenschaftler. Ihnen zufolge betrifft sexuelle Unlust nämlich auch 62 Prozent der Männer.

Sexuelle Unlust bedeutet nicht das Ende einer Liebe

Und ganz ehrlich: Es hat ja auch seine guten Seiten, wenn sich der Lustpegel im Laufe der Zeit ein wenig absenkt. So aufregend und schön es am Anfang einer Beziehung auch ist, wenn man am liebsten keine Sekunde seine Finger vom anderen lassen würde – dieser Ausnahmezustand ist auf Dauer schon ein wenig anstrengend. Wenn irgendwann der Alltag die rosa Wolken, auf denen ihr zuvor geschwebt seid, wegschiebt, verbringt man oft weniger Zeit zwischen den Laken.

Alles was du zur Pille Danach wissen musst

Und wenn die sexuelle Energie ein wenig abebbt, heißt das noch lange nicht, dass eure Liebe dem Ende zugeht. Häufig sind es ganz alltägliche Dinge, die uns so sehr auf der Seele liegen, dass die Lust sich einfach nicht mehr ihren Weg bahnen kann. Wenn du im Job oder im Studium beispielsweise gerade eine richtig stressige Phase hast, ist es völlig normal, dass du zu Hause einfach nur noch vor dem Fernseher chillen willst, statt nach Feierabend wild durch die Laken zu turnen. Neben Stress sind auch Schlafmangel sowie Unsicherheit und Ängste häufige Auslöser für sexuelle Unlust, gerade bei Frauen. Zum Beispiel, wenn du ein paar Kilo zugenommen hast und dich gerade nicht so richtig wohl fühlst mit deinem Körper.

In vielen Beziehungen gibt es auch mal Phasen, in denen man ein wenig genervt vom Partner ist. Dass man ihn dann nicht unbedingt mit Haut und Haaren verschlingen will, ist nur verständlich. Auch wenn du das Gefühl hast, dein Partner erwartet im Bett immer die ganze große Akrobatik, kann dich das so unter Druck setzen, dass sexuelle Unlust die Folge ist.

Körperliche Ursachen für sexuelle Unlust bei Frauen

Bei Frauen gibt es allerdings auch viele körperliche Ursachen, die für sexuelle Unlust sorgen können: Es kann beispielsweise am Zyklus liegen, wenn du phasenweise einfach keine Lust auf Sex hast. Das Gute daran: Das Problem erledigt sich früher oder später oft von selbst. Möglicherweise ist aber auch eine Erkrankung Auslöser für sexuelle Unlust, bei Frauen beispielsweise eine Entzündung der Eierstöcke oder Vernarbungen in der Scheide. Hier ist dann dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin gefragt. Verspürst du neben der sexuellen Unlust auch noch Unterleibsschmerzen, solltest du unbedingt einen Termin vereinbaren. Generell sind Schmerzen beim Sex ein echter Lustkiller. Falls du die Pille nimmst, macht es auch Sinn, bei deiner Frauenärztin einmal nachzufragen, ob Nebenwirkungen der Grund für deine Unlust sein könnten.

Weitere Faktoren, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen für sexuelle Unlust sorgen können, sind bestimmte Medikamente und auch Alkohol. Gerade bei Frauen müssen Körper, Gefühl und die Situation in Einklang sein, damit es mit der Lust klappt. Es gibt also viele Schrauben, an denen du drehen kannst, um die sexuelle Unlust zu vertreiben.

Durch Sport und gesundes Essen wieder mehr Spaß im Bett

Am allerwichtigsten ist es erst einmal, entspannt zu sein und den Kopf freizubekommen. Deshalb kann auch Sport gegen sexuelle Unlust bei Frauen helfen. Wenn du dich richtig auspowerst, wird dein Körper nämlich mit Endorphinen geflutet, was die Sexhormone Samba tanzen lässt. Auch der zusätzliche Sauerstoff, der beim Workout in deinen Körper gelangt, kann deine Lust wieder ankurbeln. Yoga ist beispielsweise eine gute Idee gegen sexuelle Unlust: Zum einen entspannt es, gleichzeitig wird den schweißtreibenden Verrenkungen auch nachgesagt, gut fürs Liebesleben zu sein.

Auch eine bewusste Ernährung kann helfen, sexuelle Unlust zu bekämpfen. Keine Sorge: Du musst dich nicht ausschließlich von aphrodisierenden Lebensmitteln wie Meeresfrüchten oder Spargel ernähren. Möglicherweise trägt schon der Verzicht auf Fast Food, Zucker und eher ungesunde Weißmehlprodukte dazu bei, dass du dich wohler fühlst und wieder mehr Lust auf Sex hast.

Bloß kein Stress: Tu dir was Gutes

Manchmal hilft es auch, wenn du dir selbst einfach mal was Gutes tust und damit dein Selbstwertgefühl ein wenig auf Vordermann bringst. Selbstliebe ist grundsätzlich wichtig für eine funktionierende Beziehung und kann auch gegen sexuelle Unlust helfen. Also gönn dir einfach mal was – ganz gleich, ob es ein neues Parfum ist, ein Haarschnitt oder Unterwäsche, in der du dich schon fast von selbst sexy fühlst. Auch ein Verwöhntag in der Therme mit Massage kann Wunder wirken. Der tut nämlich nicht nur deinem Ego gut, sondern hilft dir auch, zu entspannen und Stress abzuschütteln. Wenn dein Portemonnaie dieses Luxusprogramm gerade nicht hergibt, mach es dir einfach in der Badewanne so richtig gemütlich. Gönn dir einen entspannenden Badezusatz und mach dir mit Kerzen, Buch oder Lieblingsmusik dein privates Spa.

Am allerwichtigsten aber: Mach dir wegen sexueller Unlust keinen Stress und befreie dich vom Erwartungsdruck. Manchmal reicht allein das schon aus, damit es im Bett wieder läuft.