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Pearl-Index: So sicher sind Pille, Kondom und Co.

Der Pearl-Index hilft dir, wenn du die Sicherheit einzelner Verhütungsmittel vergleichen möchtest: je niedriger der Wert, desto sicherer die Verhütungsmethode.
Pearl-Index: So sicher sind Pille, Kondom und Co.

Hast du schon mal vom sogenannten Pearl-Index gehört? Die Zahl ist richtig hilfreich – sie kann dir nämlich ziemlich genau sagen, wie sicher ein bestimmtes Verhütungsmittel ist. Hier liest du, wie der Wert entsteht, und welche Verhütungsmethoden eine besonders hohe Sicherheit haben.

Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index ist eine sehr nützliche Sache, wenn es um die Sicherheit verschiedener Verhütungsmittel geht: Er sagt dir, wie sicher eine bestimmte Methode ist, wie zuverlässig sie dich also potenziell vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Benannt ist der Index nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl.

Alles was du zur Pille Danach wissen musst

Der Pearl-Index ist eine Zahl, häufig im niedrigen einstelligen Bereich. Wie kommt der Wert zustande? Ganz einfach: Er zeigt an, wie viele von 100 Frauen pro Jahr schwanger werden, obwohl sie in dieser Zeit die jeweilige Verhütungsmethode verwendet haben. Ist der Pearl-Index also zum Beispiel 1, dann werden im Durchschnitt jährlich ein Prozent der Frauen und Mädchen, die entsprechend verhüten, trotzdem schwanger. Generell gilt: Je kleiner die Zahl, desto mehr Sicherheit bietet die Methode.

Hohe Sicherheit: Das bedeutet die einzelnen Werte

Wie lässt sich nun durch den Pearl-Index festlegen, ob ein Verhütungsmittel eine ziemlich hohe Sicherheit hat, oder ob es eher riskant ist? Einige Methoden haben einen Wert von nur etwa 0,05 – und sind damit sehr sicher. Der Wert kann bei einigen Mitteln allerdings auch auf 20 oder sogar noch höher steigen – solche Methoden sind denkbar schlecht geeignet, wenn du eine Schwangerschaft vermeiden willst. Wenn ihr überhaupt nicht verhütet, liegt der Pearl-Index bei etwa 85 – eine Schwangerschaft ist dann also ziemlich wahrscheinlich. Eine Null als Wert bietet übrigens kein Verhütungsmittel dieser Welt, so sicher ist wirklich nur Enthaltsamkeit.

Richtige Anwendung ist entscheidend

Häufig findest du als Pearl-Index für ein bestimmtes Verhütungsmittel nicht nur eine einzige Zahl, sondern eine Spanne. Ein Beispiel: Die Minipille wird meist mit einem Pearl-Index zwischen 0,5 und 3 genannt. Das liegt zum einen oft daran, dass unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt wurden. Außerdem verlieren viele Verhütungsmittel an Sicherheit, wenn ihr sie nicht korrekt anwendet. Deshalb geben einige Listen für jede Methode zwei verschiedene Zahlen an: Einmal den Index bei korrekter Anwendung, einmal bei typischer Anwendung – eventuelle Missgeschicke inklusive. Weil die Minipille nur innerhalb eines Zeitfensters von drei Stunden eingenommen werden kann, ohne an Wirkung zu verlieren, hat sie bei der typischen Anwendung zum Beispiel einen Pearl-Index von 8.

Der Index ist also keine hundertprozentige Garantie. Er ist aber prima für die Orientierung, wenn du auf der Suche nach einem Verhütungsmittel bist, das einerseits gut zu dir passt und andererseits möglichst sicher ist. Wenn du konkrete Fragen dazu hast, kann dir dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin weiterhelfen.

Welche Verhütungsmittel haben welchen Pearl-Index?

Die Pille ist bei korrekter Anwendung ein ziemlich sicheres Verhütungsmittel. Sie hat einen Pearl-Index von etwa 0,1 bis 0,9. Eine Hormonspirale ist ähnlich sicher wie die Pille, sie liegt bei 0,16. Kondome haben einen etwas höheren Pearl-Index, nämlich 2 bis 12 – der Wert kommt dadurch zustande, dass beim Überziehen manchmal Fehler passieren und das Kondom dann zum Beispiel reißen kann. Damit euch das nicht passiert, findet ihr hier einige Tipps zum Überziehen.

So richtig unsicher und deshalb als Verhütungsmethode absolut ungeeignet ist übrigens der Coitus interruptus: Die typische Anwendung des “Rausziehens” hat einen Index von 27 – ziemlich uncool, oder?