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Orgasmus der Frau: Warum gibt es ihn eigentlich?

Hat der Orgasmus der Frau einen Sinn, so rein biologisch gesehen? Forscher wollen jetzt herausgefunden haben, warum es den weiblichen Höhepunkt gibt.
Orgasmus der Frau: Warum gibt es ihn eigentlich?

Warum der Orgasmus des Mannes im Lauf der Evolution ziemlich unverzichtbar war, ist klar – ohne Samenerguss keine Fortpflanzung. Aber warum es auch den Orgasmus der Frau gibt, darüber rätseln Forscher schon lange. Eine amerikanische Studie verspricht jetzt neue Erkenntnisse.

Orgasmus der Frau: Biologisch ohne Funktion – oder?

Dass es den weiblichen Orgasmus gibt und auch Frauen den Gipfel der Lust erleben können, ist toll, keine Frage. Aber rein biologisch betrachtet, hat er keine Funktion: Denn schließlich können Frauen beim ungeschützten Sex auch schwanger werden, ohne zum Höhepunkt gekommen zu sein. Ein amerikanisches Forscherteam der Universität Yale und des Cincinnati Children's Hospital liefert mit einer neuen Studie jetzt eine mögliche Antwort auf die Frage, warum es den Orgasmus der Frau trotzdem gibt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "JEZ – Molecular and Developmental Evolution".

Warum der weibliche Orgasmus früher wichtig war

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So ganz unwichtig war der Orgasmus der Frau demnach für die menschliche Evolution doch nicht – zumindest vor ziemlich langer Zeit: Wie die Forscher herausfanden, könnte der weibliche Orgasmus vor einigen Millionen Jahren durch die Ausschüttung bestimmter Hormone dazu beigetragen haben, dass die Frau nach dem Sex einen Eisprung bekam und dadurch schwanger werden konnte. Im Lauf der Evolution könnte der weibliche Orgasmus dann einfach übrig geblieben sein, quasi als kleiner Bonus für die Frau. Denn heutzutage haben Frauen einen Zyklus, bei dem der Eisprung so oder so passiert – unabhängig von der sexuellen Aktivität oder einem Orgasmus. Aber nicht alles, was Spaß macht, muss ja schließlich immer einen tieferen Sinn haben... auch nicht der weibliche Orgasmus!

Ihre Theorie sehen die Forscher übrigens unter anderem dadurch bestätigt, dass der weibliche Körper auch heute nach dem Orgasmus Hormone ausschüttet, nämlich Prolaktin und das als "Kuschelhormon" bekannte Oxytocin. Bei manchen Säugetierarten beeinflussen diese beiden Hormone den Zyklus.