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Natürliche Verhütung: Wie sicher ist das?

Pille, Kondom und Co. sind, richtig angewendet, sichere Verhütungsmethoden. Gilt das auch für die natürliche Verhütung?
Natürliche Verhütung: Wie sicher ist das?

Du möchtest natürliche Verhütung ausprobieren, weil du nicht regelmäßig Hormone einnehmen willst? Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Hier liest du über einige verbreitete Varianten – und ob sie sicher vor einer Schwangerschaft schützen.

Natürliche Verhütung – ohne Hormone

Für eine natürliche Verhütung bieten sich verschiedene Methoden an. Die meisten von ihnen helfen der Frau dabei, ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln. So weiß sie, an welchen Tagen sie auf jeden Fall zusätzlich verhüten sollte, etwa mit einem Kondom. Ein Beispiel für eine natürliche Verhütung ist die sogenannte Billings-Methode: Hier untersucht die Frau regelmäßig den Gebärmutterschleim, der aus der Scheide fließt. Im Laufe des Zyklus verändert dieser nämlich seine Konsistenz. Bei der Temperaturmethode misst du morgens deine Temperatur – die schwankt nämlich innerhalb des Zyklus und steigt kurz vor dem Eisprung an.

Alles was du zur Pille Danach wissen musst

Für die natürliche Verhütung gibt es auch praktische technische Varianten: Sogenannte Verhütungscomputer untersuchen die Hormone im Morgenurin und zeigen anschließend fruchtbare und unfruchtbare Tage an.

Häufig wird auch der sogenannte Coitus interruptus als natürliche Verhütung bezeichnet. Das “Herausziehen” ist aber kein verlässlicher Schutz und kann die anschließende Einnahme der Pille Danach notwendig machen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Sicherer Schutz vor Schwangerschaft?

Wichtig zu wissen ist auf jeden Fall: Die natürliche Verhütung ist vergleichsweise unsicher. Wie zuverlässig ein Verhütungsmittel vor einer Schwangerschaft schützt, wird mit dem sogenannten Pearl-Index angegeben. Ein Beispiel: Die kombinierte Anti-Baby-Pille hat, richtig angewendet, einen Pearl-Index von etwa 0,1 bis 0,9. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang die Pille nehmen, weniger als eine trotzdem schwanger wird.

Mit den natürlichen Verhütungsmethoden sieht das leider ein wenig anders aus: Die Billings-Methode hat einen Pearl-Index von 3 bis 5, die Temperaturmethode bis 3 und die symptothermale Methode bis 2,3. Verhütungscomputer haben meist einen Pearl-Index von rund 6. Dass die natürliche Verhütung so unsicher ist, liegt zum Beispiel daran, dass der Zyklus einer Frau nur selten regelmäßig ist – durch Faktoren wie Stress, Krankheit oder auch Medikamente kann er schwanken.

Eher sinnvoll für Familienplanung

Wegen dieser Unsicherheiten nutzen viele Frauen diese Methoden übrigens nicht, um eine Schwangerschaft zu verhindern, sondern andersherum für die Familienplanung. Wenn du nicht die Pille nehmen und trotzdem sicher verhüten möchtest, solltest du dich daher eher auf Kondome verlassen. Du interessierst dich trotzdem für die eine oder andere der genannten Methoden? Dann sprich deinen Frauenarzt darauf an, er kann dich gut beraten.