Latexallergie: Symptome und alternative Kondom-Arten

Latexallergie: Symptome und alternative Kondom-Arten

Ist dir nach Benutzung eines Kondoms schon mal aufgefallen, dass dein Intimbereich brennt? Eine Latexallergie könnte die Ursache deiner Symptome sein.

Latexallergie: Symptome und alternative Kondom-Arten

Wer an einer Latexallergie leidet, verspürt nach dem Kontakt mit Kondomen oder anderen Naturlatex-Produkten ein Brennen oder Jucken an den betroffenen Körperpartien. Aber keine Panik, gehörst du zu den Allergikern, musst du nicht pauschal auf Kondome als Verhütungsmittel verzichten. Mittlerweile gibt es viele Varianten, die ohne Naturlatex auskommen und ebenfalls vor einer Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Wir sagen dir, wie du eine Latexunverträglichkeit erkennst und welche alternativen Verhütungsmittel für dich und deinen Partner infrage kommen.

Latexallergie: Symptome und Häufigkeit

Menschen, die eine Latexallergie haben, reagieren sensibel auf den Kontakt mit Kondomen und anderen Gegenständen oder Hilfsmitteln aus Latex. Betroffene Männer bekommen zum Beispiel bei der Verhütung mit Kondomen Schwellungen, Rötungen oder sogar Quaddeln am Penis. Doch auch Atemnot oder allergischer Schnupfen seien Symptome einer Latexallergie, sagt der Allergologe Prof. Dr. Thomas Fuchs von der Georg-August-Universität Göttingen. Genau diese Warnzeichen zeigen sich auch bei Frauen. Nach dem Sex verspüren sie zuweilen ein Brennen oder Jucken in der Scheide und leiden ebenfalls an Atemproblemen.

Alles zur Pille Danach

Die Zahl der Latexallergiker stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. berichtet, dass mittlerweile etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen sind.

So findest du heraus, ob du betroffen bist

Das Problem bei der Latexallergie ist, dass sie sich nicht so leicht erkennen lässt. Manchmal treten die Symptome nämlich erst bis zu 72 Stunden später auf. Außerdem können brennende und juckende Genitalien auch auf andere Erkrankungen wie eine Pilzinfektion hindeuten – oder aber ein Zeichen dafür sein, dass es beim Sex an Feuchtigkeit fehlt. Ist die Frau beim Liebesspiel etwa nicht feucht genug, entsteht eine große Reibung, die die Scheide wundreiben kann. Dann sind die Symptome nach dem Geschlechtsverkehr möglicherweise nicht auf eine Latexallergie zurückzuführen, sondern auf die mangelnde 'Schmierung'.

Wenn du dir unsicher bist, ob du allergisch auf Kondome reagierst, geh zum Arzt und sprich mit ihm über deine Beobachtungen. Er wird gegebenenfalls Tests machen, die dir ein für alle Mal Klarheit verschaffen. Und keine Panik, falls die Untersuchungen deinen Verdacht auf eine Latexallergie bestätigen – es gibt tolle Alternativen zu Naturlatex-Kondomen.

Kondome ohne Latex: Alternativen für Allergiker

Wer eine Latexallergie hat, muss nicht gleich auf Kondome beim Sex verzichten. Es gibt viele Alternativen auf dem Markt, die ohne den allergenen Stoff auskommen.

1. Kondome aus Polyurethan

Polyurethane sind Kunststoffe oder Kunstharze. Hieraus werden auch Kondome hergestellt, die komplett ohne Naturlatex auskommen. Und sie haben sogar einige Vorteile: Polyurethan-Präservative riechen weniger und können im Gegensatz zu herkömmlichen Kondomen auch mit öl- und fetthaltigen Gleitmitteln kombiniert werden. Nachteile: Sie sind etwas weniger elastisch und teurer – aber es gibt einige Nutzer, die auf das Feeling beim Sex mit dieser Kondomart schwören.

Wer es mal mit einem anderen Verhütungsmittel probieren möchte, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, testet das Femidom. Es wird in die Vagina eingesetzt und ebenfalls aus Polyurethan hergestellt. Hier weitere Infos zur Anwendung und Sicherheit.

2. Kondome aus Polyisopren

Menschen mit Latexallergie reagieren nur auf Naturlatex. Synthetisch hergestellte Latexkondome sind hingegen für sie vollkommen in Ordnung. Deshalb bieten sich Präservative aus Polyisopren an, ein synthetisch hergestellter Naturkautschuk. Die Kondome sind sehr elastisch, sicher und zudem auch noch preiswert. Da sie aus einem ähnlichen Material wie die klassischen Kondome bestehen, gilt hier: nur mit Gleitmitteln auf Wasser- und Silikonbasis verwenden!

3. Kondome aus Schafsdarm

Eine weitere Alternative sind Kondome, die aus Schafsdarm angefertigt werden. Anfang des 19. Jahrhunderts waren diese Verhütungsmittel sehr verbreitet, mittlerweile wurden sie aber durch modernere Kondome weitgehend verdrängt. Sie sind schwer erhältlich und zudem auch noch relativ teuer. Außerdem gibt es noch weitere Nachteile: Sie schützen zwar vor einer Schwangerschaft, laut "Aids Hilfe" aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, Bakterien und Viren.

Wichtig: Egal zu welcher Alternative du greifst, wenn du sensibel auf Präservative reagierst, solltest du möglichst neutrale Kondome verwenden. Das bedeutet, dass Verhüterli mit Geschmack, besonderem Geruch oder Mitteln zur Luststeigerung ausscheiden. Denn auch diese Beisätze können Reaktionen hervorrufen. Kondome, die das Durchhaltevermögen des Mannes unterstützen sollen, sind beispielsweise mit dem Betäubungsmittel Benzocain versehen – und auf das reagieren viele Menschen allergisch. Beim Kondomkauf ist weniger also oftmals wirklich mehr!

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