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Freie Menstruation: Geht es ohne Binden und Tampons?

Freie Menstruation heißt, während der Periode komplett auf Hilfsmittel zu verzichten. Stattdessen wird die Blutung kontrolliert abgelassen. Funktioniert das wirklich?
Freie Menstruation: Geht es ohne Binden und Tampons?

"Back to the roots" liegt gerade voll im Trend, und zwar in allen Lebensbereichen: Paleo-Food, Retro-Bikes und eben auch die freie Menstruation.

Freie Menstruation heißt nicht einfach "laufen lassen"

Unsere Vorfahrinnen hätten sich vermutlich gefreut, wenn sie die Möglichkeiten gehabt hätten, die wir heute haben: Tampons, Binden und Menstruationstassen sorgen dafür, dass die Periode hygienisch über die Bühne geht und dich nicht allzu sehr in deinem Alltag einschränkt. Trotzdem gibt es Frauen, die auf diese Hilfsmittel verzichten und stattdessen die freie Menstruation praktizieren. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass sie das Blut einfach frei laufen lassen. Sie lernen nämlich, auf die Signale ihres Körpers zu hören, und erkennen mit ein wenig Übung, wann sich ein neuer Blutschwall abzeichnet.

Wie genau funktioniert die freie Menstruation?

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Wenn sich ein neuer Blutschwall anbahnt, heißt es bei der freien Menstruation: Schnell ab auf die Toilette. Dort entspannt die Frau ihre Beckenbodenmuskulatur und bewegen ihre Hüfte vor und zurück. Manche massieren zusätzlich auch noch ihren Unterbauch, um das Menstruationsblut besser fließen zu lassen. Je nachdem, wie stark die Periode ist, dauert das zwischen einer und fünf Minuten. Die Zeiträume zwischen den einzelnen Blutschüben variieren je nach Zyklustag. An den stärkeren Tagen der Periode kann sich alle zehn Minuten ein neuer Schwall auf den Weg aus dem Körper machen. An schwächeren Tagen können bis zu zehn Stunden zwischen den Blutungsschüben liegen.

Warum machen Frauen so etwas?

Du fragst dich, warum sich Frauen diesen zusätzlichen Stress während der Periode antun? Die freie Menstruation gilt als gesund und hygienischer als die Verwendung von Tampons, Binden und Menstruationstasse. Denn bei jedem künstlichen Hilfsmittel besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Keime oder bedenkliche Inhaltsstoffe in die Vagina gelangen – auch wenn diese Gefahr normalerweise gering ist. Bei vielen Frauen hat die Entscheidung für die freie Menstruation auch mit einer ganzheitlichen Lebensweise zu tun. Logischerweise wird durch das freie Menstruieren natürlich jede Menge Müll eingespart und damit die Umwelt geschont. Viele Frauen, die die freie Menstruation praktizieren, berichten außerdem, dass sie seitdem weniger unter Regelschmerzen leiden.

Ausprobieren oder lieber nicht?

Für jede Frau ist die freie Menstruation allerdings nicht geeignet. Wenn deine Periode sehr stark ist, bist du mit den üblichen Hilfsmitteln wahrscheinlich besser beraten, wenn du nicht den Großteil des Tages auf der Toilette verbringen willst. Grundsätzlich solltest du dir deine Zeit relativ frei einteilen können und dich immer in der Nähe einer Toilette aufhalten, wenn du die freie Menstruation ausprobieren möchtest. Zudem braucht es etwas Übung, bis du ein zuverlässiges Gespür für deinen Körper entwickelt hast. Für viele Frauen dürfte die freie Menstruation daher im Alltag eher unpraktikabel sein. Und: Wer auf Hygiene achtet und sich vor der Verwendung von Tampons und Binden gründlich die Hände wäscht, muss im Normalfall auch keine Keime fürchten.