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Schwanger durch Lusttropfen: Ist das möglich?

Ja, es ist grundsätzlich möglich, dass eine Frau durch Lusttropfen schwanger wird. Lusttropfen sind kleine Mengen Flüssigkeit, die schon vor dem eigentlichen Samenerguss aus dem Penis austreten können. Sie können bereits Spermien enthalten und somit eine befruchtende Wirkung haben.

In der klaren Flüssigkeit der Lusttropfen, auch Präejakulat genannt, finden sich nur relativ wenige Spermien. Doch diese können schon genügen, um dafür zu sorgen, dass du bei ungeschütztem Sex allein durch Lusttropfen schwanger wirst. Es muss dafür nur ein einziges Spermium bis zur Eizelle gelangen.

So gelangen Spermien in die Vagina

Darum ist der Coitus Interruptus keine empfehlenswerte Verhütungsmethode. Selbst wenn es dein Partner schafft, seinen Penis vor dem Samenerguss aus deiner Scheide zu ziehen. Dass der Lusttropfen dabei trotzdem in deine Vagina gelangt, lässt sich kaum vermeiden. Auch auf anderem Weg kann der Lusttropfen seinen Weg zur weiblichen Eizelle finden. Zum Beispiel, wenn dein Freund die Flüssigkeit an der Hand hat und anschließend deine Scheide anfasst. Oder wenn du selbst mit dem Lusttropfen in Berührung gekommen bist und deinem Freund hilfst, ein Kondom überzuziehen. Wascht vor dem Sex daher eure Hände und alle Hautstellen, die mit dem Lusttropfen in Kontakt gekommen sind, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt.

Nach einer solchen Verhütungspanne solltet ihr euch so bald wie möglich in der Apotheke zur Pille Danach beraten lassen. Sie kann den Eisprung verschieben und eine Schwangerschaft oft verhindern.

Lusttropfen kann grundsätzlich Spermien enthalten

Lusttropfen stammen zwar aus einer anderen Drüse als das Sperma, das beim Orgasmus den Penis verlässt. Aber bei vielen Männern sind darin trotzdem Spermien enthalten. Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass im Präejakulat nur dann Spermien vorkommen, wenn der Mann kurz zuvor einen Samenerguss hatte oder bestimmte Erkrankungen hat. Eine im Magazin "Human Fertility" veröffentlichte amerikanische Studie ergab allerdings 2011, dass bei vielen Männern grundsätzlich Spermien im Präejakulat enthalten sind – ganz gleich, ob sie kurz vorher einen Samenerguss hatten oder nicht.