Emotion

Sich selbst treu bleiben in der Beziehung: So klappt es

Eine harmonische Beziehung ist schön – wenn man dabei sich selbst treu bleiben kann. Doch gibt ein Partner seine Bedürfnisse auf, schadet das nicht nur ihm.
Sich selbst treu bleiben in der Beziehung: So klappt es

Dein Freund geht gern am Wochenende zum Fußball. Du nicht. Du würdest lieber ins Museum oder ins Kino gehen. Trotzdem sitzt du immer wieder im Stadion mit deinem Partner oder siehst dir Spiele im Fernsehen an. Stundenlang. Ihm zuliebe und ohne dich zu beschweren. Oder verlangt er das sogar von dir? Sich selbst treu bleiben in einer Beziehung – das ist nicht immer einfach. Aber Selbstlosigkeit muss auch ihre Grenzen haben.

Sich selbst treu bleiben – wichtig, aber nicht leicht

Eine ausgewogene und damit gesunde Beziehung braucht gegenseitiges Verständnis. Das setzt Partner voraus, die den anderen so nehmen und lieben wie er oder sie ist. Das funktioniert nicht immer perfekt. Aber ein gewisses Ungleichgewicht ist in Ordnung, solange keiner der Beiden darunter leidet. Doch gibt sich einer fast vollständig auf, nur um dem anderen zu gefallen oder ihn glücklich zu machen, dann ist das ein Problem und zwar ein großes.

Selbstaufgabe macht unattraktiv

Alles was du zur Pille Danach wissen musst

Weil nämlich nur jemand, der sich selbst treu bleiben kann, eine eigene Identität besitzt. Ist die kaum oder gar nicht mehr vorhanden, werden Betroffene uninteressant und damit unattraktiv. Merke: Zu einer anziehenden Persönlichkeit gehört ein erkennbares Profil. Das macht einen Menschen und seine Charakterstärke aus. Will oder muss er sich in der Beziehung zum Beispiel aus Verlustangst verbiegen, dann bleibt nicht mehr viel davon übrig.

Falls du dich dazu hinreißen lässt, verleugnest du auf Dauer dich selbst. Und schadest nicht nur dir, sondern auch der Beziehung. Obwohl du vermeintlich doch alles tust, um sie zu bewahren. Verbiegen inklusive. Wer also das Gefühl hat, nicht mehr sich selbst treu bleiben zu können, der sollte gegensteuern. Das heißt, er stellt die Beziehung infrage. Oder sich und sein Verhalten. Immerhin, Selbsterkenntnis ist der Schritt zur Besserung.

Eine Frage des Standpunkts

Und der zweite ist: Flagge zeigen! Geht es beispielsweise um wichtige Entscheidungen in der Beziehung, dann müssen beide Betroffenen mitreden. Jeder macht seinen Standpunkt klar, sich für ihn stark und versucht ihn durchzusetzen. Natürlich sind bei großen Unstimmigkeiten diplomatisches Geschick und die Kunst des Kompromisses gefragt. Aber das sind ohnehin elementare Bestandteile einer Partnerschaft.

Manchmal ist es auch nötig, abzuwägen. Ist mir das jetzt so wichtig, dass ich auf keinen Fall darauf verzichten kann? Treibe ich meinen Partner zu sehr in die Enge? Oder will ich nur nicht klein beigeben, obwohl er eindeutig die besseren Argumente hat? Das sind Fragen, die sich Jeder selbst stellen sollte, bevor er in die Diskussion einsteigt.

Wir müssen reden!

Überhaupt ist Reden von großer Bedeutung in einer Partnerschaft. Auch, um sich nicht zu verbiegen. Dafür müssen zuweilen klare Grenzen gezogen werden. Bis hierher und nicht weiter! Wer das nicht schafft, der zahlt früher oder später den Preis der Selbstverleugnung. Allerdings verschieben sich Grenzen auch mit der Zeit. Schließlich ist eine Beziehung ein permanenter Prozess. Ebenso die eigene Persönlichkeit. Da verlagern sich mit der Zeit Schwerpunkte, Bedürfnisse und Interessen. Das ist völlig normal.

Anders sieht das aus, wenn der Partner partout nicht von seiner Position abrücken will, sogar klärende Gespräche einfach abblockt oder starken Druck ausübt. Auch in solchen Situationen muss man sich selbst treu bleiben. Und vor allem ernsthaft über den Fortbestand der Beziehung nachdenken. Wer nur geliebt wird, weil er sich verbiegen kann oder muss, der sollte sich besser einen anderen Partner suchen. Sogar, wenn immer noch Liebe im Spiel ist.