Emotion

Phubbing: Smartphone-Starren als Beziehungskiller

Dein Freund berührt sein Smartphone öfter als dich? Das kann ein Anzeichen von Phubbing sein und zum Beziehungskiller werden. Dagegen solltest du etwas tun.
Phubbing: Smartphone-Starren als Beziehungskiller

Nur kurz mal auf das Smartphone geblickt – das kann doch nicht so schlimm sein, oder? Doch, kann es. Nämlich dann, wenn dieses Phubbing so oft passiert, dass es den Partner frustriert und so die Beziehung belastet.

Phubbing sorgt für Ärger

Diese Behauptung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern wissenschaftlich belegt. Die beiden Forscher James A. Roberts und Meredith E. David von der texanischen Baylor Universität haben das Phänomen untersucht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte (46,3 Prozent) der 453 Studienteilnehmer fühlt sich zurückgesetzt, wenn ihr Partner seinem Smartphone regelmäßig große Aufmerksamkeit widmet. Schlimmer noch: Bei 22,6 Prozent kam es deshalb zum Krach. Und oft, so die Wissenschaftler, folgt auf den Ärger sogar Unzufriedenheit mit der Beziehung.

Alles was du zur Pille Danach wissen musst

Und das ist beileibe kein us-amerikanisches Problem. Das Portal "handytarife.de" beispielsweise wollte wissen, bei welchen Gelegenheiten die Deutschen ihr Smartphone ausschalten. Dabei kam heraus, dass zwar 57,9 Prozent der Befragten das Handy beim Besuch von Kino und Konzert deaktivieren, aber nur 22,2 Prozent beim Sex! Smart ist das nicht.

Das zeigt auch die Herkunft des Begriffs "Phubbing". Er setzt sich nämlich aus den englischen Wörtern "phone" (Telefon) und "snubbing" (vor den Kopf stoßen) zusammen.

Diese Symptome sind verdächtig

Woran erkennst du, dass auch deine Beziehung davon bedroht ist? Zum Beispiel an diesen Anzeichen:

  • Das Smartphone deines Partners ist allgegenwärtig – auch im Bett.
  • Er gibt es in deiner Gegenwart nur selten aus der Hand.
  • Sogar, wenn er sich mit dir unterhält, bleibt er damit auf Tuchfühlung.
  • Und sobald eine Gesprächspause entsteht, beschäftigt er sich sofort mit dem Smartphone.

Die Ironie: Was als Mittel zur zwischenmenschlichen Kommunikation gedacht ist, schränkt diese als Phubbing ein. Was also tun?

Das Smartphone muss auch mal Pause haben

Am besten das, was offenbar zu selten passiert: Reden. Mach dir zuvor klar, was dich an der Fixierung deines Partners auf sein mobiles Telefon stört. Ist es eine Art Liebesentzug? Oder gar Eifersucht auf das Telefon? Befürchtest du einen Kontrollverlust, weil du nie genau weißt, was er mit seinem Handy treibt? Und mit wem? Konfrontiere ihn mit deinen Ängsten und Befürchtungen. Gib dich nicht mit Ausflüchten oder Beschwichtigungen zufrieden. Wenn dich sein Phubbing stark belastet, dann muss er es abstellen.

Leicht wird so eine Handy-Entwöhung nicht, aber sie muss sein. So solltest du das Schlafzimmer zur smartphone-freien Zone erklären. Das bedeutet unter Umständen auch: Wer sein Handy zum Aufwachen und als Chronometer nutzt, der muss dann auf Wecker beziehungsweise Armbanduhr umsteigen.

Oder führe ein bestimmtes Ritual ein. Sobald dein Partner zu dir kommt, muss er das Smartphone an einem bestimmten Platz ablegen, zum Beispiel im Flur. Hauptsache, es ist außer seiner Reich-, aber nicht seiner Hörweite. Nützlich sind auch feste Zeiten, zu denen das Gerät rigoros ausgeschaltet bleibt. Es muss ja nicht gleich für das ganze Wochenende sein, aber für ein paar Stunden schon.

Phubbing: Ursache oder Wirkung?

Übrigens: Die eingangs erwähnte Studie hat zwar Zusammenhänge zwischen Phubbing und einer Beziehungskrise festgestellt, aber nicht Ursache und Wirkung klären können. So kannst du zwar unzufrieden mit deinem Partner sein, weil er bei jeder Gelegenheit das Handy zückt. Doch genauso ist es möglich, dass er das nur tut, wenn er (insgeheim) mit dir Probleme hat.