Kopf und Herz: So hilft der Verstand gegen Liebeskummer

Kopf und Herz, vereint im Schmerz: Liebeskummer ist ein schlimmes Gefühl, gegen das sich nichts machen lässt. Schon gar nicht mit dem Verstand, oder? Doch!

Kopf und Herz: So hilft der Verstand gegen Liebeskummer

Der Partner ist weg. Was bleibt, ist der Liebeskummer. Er quält Kopf und Herz und lässt sich nicht so einfach abschalten. Oder doch? Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es tatsächlich ein Mittel dagegen gibt: den Verstand.

Liebeskummer, Kopf und Herz – wer gewinnt?

Ausgerechnet Rationalität hilft gegen ein Gefühl. Wer hätte das gedacht? Offenbar Forscher der Universität Missouri in St. Louis (USA) und der Erasmus Universität in Rotterdam. Gemeinsam sind sie nämlich dem Liebeskummer auf den Grund gegangen und haben untersucht, ob der Verstand gegen ihn gewinnt. Das ist eine spannende Frage, denn wer schon unter Trennungsschmerz gelitten hat, der weiß um dessen Hartnäckigkeit.

40 Probanden: Keiner glaubte an die Macht der Vernunft

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Die Probe aufs Exempel machten 40 Testteilnehmer. Eine Hälfte lebte gerade in einer Beziehung, die andere war seit kurzem solo. In einem ersten Schritt wollten die Wissenschaftler von ihnen wissen, welche Gefühle sie mit ihren Partnern beziehungsweise Verflossenen verbinden. Dann fragten sie die Probanden, ob sie daran glaubten, dass Liebeskummer mit Vernunft beizukommen ist. Das tat niemand. Aber wie sich zeigen sollte, zu Unrecht.

Im nächsten Durchgang schlossen die Forscher sie jeweils an ein Elektroenzephalogramm (EEG) an, um damit die elektrische Aktivität ihres Gehirns zu messen. So wollten sie sozusagen Unterschiede zwischen Kopf und Herz aufspüren. Dazu zeigten Mediziner Fotos der aktuellen oder ehemaligen Partner der Versuchspersonen. Diese sollten sich zunächst positive Gedanken zu den Abgebildeten machen, dann negative.

Schlechte Gedanken sind gut

Das Ergebnis: Sahen die Testteilnehmer ihre Partner absichtlich in einem guten Licht, dann fühlten sie sich (wieder) stärker mit ihnen verbunden. Waren sie ihnen hingegen gewollt negativ eingestellt, nahmen die Gefühle ab. Das zeigte sich nachweislich auch an den Messungen per EEG.

Was folgt daraus? Wer bei Liebeskummer an die schlechten Seiten des Ex denkt, kann das verzehrende Gefühl eindämmen. Der Verstand gewinnt dann die Oberhand. Die in emotionalen Dingen so vertrackte Verbindung zwischen Kopf und Herz ist also doch zu knacken. Das ist jetzt wissenschaftlich bewiesen.

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