Hilfe bei Stalking – was tun, wenn du Opfer wirst?

Hilfe bei Stalking – was tun, wenn du Opfer wirst?

Der Ex-Partner oder ein abgewiesener Verehrer lässt dich nicht in Ruhe? Dann handelt es sich vielleicht schon um einen Fall von Stalking. Doch was tun?

Hilfe bei Stalking – was tun, wenn du Opfer wirst?

22Nicht nur Promis werden Opfer: Stalking kann jeden treffen. In den meisten Fällen sind es Ex-Partner oder Verehrer, die du hast abblitzen lassen. Sie können den Verlust oder die Niederlage nicht akzeptieren.

Die Mehrheit der von Stalking Betroffenen sind Frauen:  Etwa 80 Prozent sollen es sein. Eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim hat ergeben, dass von 679 Befragten immerhin 12 Prozent schon einmal Opfer eines Stalkers waren. Doch was tun, wenn dieser Fall eintritt? Wann fängt Stalking überhaupt an? Wann wird es gefährlich? Und wo findet man Hilfe bei Stalking?

Was bedeutet Stalking?

Alles zur Pille Danach

Was genau ist eigentlich ein Stalker? Scherzhaft verwenden wir den Begriff im Alltag häufiger. Etwa wenn wir unser Gegenüber beim ersten Date fragen: "Du weißt so viel über mich, hast du mich vorher bei Facebook gestalkt?" Dabei hat das "Auschecken" von Profilen in den sozialen Netzwerken wenig mit richtigem Stalking zu tun. Fast jeder von uns hat sich schon einmal dabei ertappt, wie er sich auf der Seite des Schwarms oder des Ex-Freundes herumgetrieben hat.

Echtes Stalking ist kein Spaß. Es bezeichnet das obsessive Verfolgen, Belästigen und Bedrohen einer Person gegen deren erklärten Willen.

Wann wird Stalking gefährlich?

Stalking kann sich in unterschiedlichen Formen äußern, dazu zählen Telefonterror, ständiges Auflauern oder sogar Drohungen. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Der Stalker hat das zwanghafte Verlangen, Macht über eine Person auszuüben oder sie zu besitzen. Er kann den Verlust oder die Unerreichbarkeit nicht akzeptieren. Er oder sie selbst ist allerdings fest davon überzeugt, den Menschen, auf den sich seine Obsession richtet, innig zu lieben.

Wenn die entsprechenden Vorfälle Stress und sogar Angst auslösen und ein Stalker sich nicht abwimmeln lässt, ist es Zeit, sich Hilfe zu holen.

Stalking belastet das Opfer

Die permanente Beeinträchtigung durch das Stalking stürzt die Opfer in Verzweiflung, der Psychoterror macht sie krank.

Stalking verursacht:

  • Angstgefühle und Panikattacken
  • chronische Schlafstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen
  • Depressionen
  • Selbstmordgedanken
  • soziale Isolation

So wehrst du dich

Wenn du dich von deinem Ex-Freund oder einer anderen Person belästigt fühlst, solltest du als Erstes versuchen, ihm oder ihr klarzumachen, dass du keinen Kontakt mehr zu dem- oder derjenigen wünschst und das Verhalten nicht duldest.

Suche das Gespräch nur einmal, danach ist es klüger, diese Person konsequent zu ignorieren, auch wenn du vielleicht Mitleid hast. Das beinhaltet, dass du sie in allen sozialen Netzwerken blockierst und auch ihre Nummer und E-Mail-Adresse sperrst.

Hilfe bei Stalking – deine Möglichkeiten

Aber was tun, wenn der Stalker keine Einsicht zeigt und dich weiterhin belästigt? Dann solltest du weitere Maßnahmen ergreifen:

  • Dokumentiere jede versuchte Kontaktaufnahme und sichere Beweise, zum Beispiel Briefe oder SMS, mit genauem Datum, Uhrzeit und Inhalt.
  • Versuche, den Stalker zu fotografieren oder zu filmen, wenn er dich verfolgt oder dir auflauert.
  • Hat das Stalking zu gesundheitlichen oder psychischen Problemen geführt, lass dir die Beschwerden vom Arzt attestieren. Auch das kann später als Beweis dienen.
  • Informiere dein privates und berufliches Umfeld über das Stalking. Das Schlimmste ist, wenn du die Tatsache aus Scham verschweigst. Machst du sie dagegen öffentlich, stärkst du dich selbst und schwächst den Täter.
  • Wenn alles nichts hilft und die Annäherungsversuche immer bedrohlicher werden, wende dich an eine regionale Opferschutzeinrichtung, etwa die Opferhilfe Hamburg, Stop Stalking Berlin oder die Initiative Gemeinsam gegen Stalking in Bayreuth. Sie bieten Hilfe bei Stalking an.
  • Der letzte Schritt besteht darin, die Polizei oder einen Anwalt einzuschalten. Du kannst Anzeige wegen des Verdachts auf Nachstellung erstatten oder eine Unterlassungsverfügung bei Gericht beantragen – der Stalker darf sich dir dann nicht mehr nähern.

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