Narzissmus in der Beziehung – kann das gut gehen?

Narzissmus in der Beziehung – eine schwierige Angelegenheit

Lassen sich Narzissmus und Beziehung miteinander vereinbaren? Ein Beziehungscoach klärt auf.

Narzissmus in der Beziehung – eine schwierige Angelegenheit

Ist eine Beziehung mit einem Narzissten überhaupt möglich? Laut Paarberater Eric Hegmann lassen sich Narzissmus und Liebe nur schwer miteinander vereinbaren. Warum das so ist, welche Behandlungen helfen und wie du einen Narzissten erkennst, erfährst du hier.

Typische Anzeichen eines narzisstischen Partners

Wenn du an einen Narzissten denkst, hast du sofort einen egoistischen, selbstverliebten Mann vor Augen? Ganz falsch ist das nicht. Zum einen sind überwiegend die Herren der Schöpfung von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung betroffen. Zum anderen wirkt ein Narzisst nach außen hin so, als wäre er der König der Welt. Im Inneren sieht es jedoch etwas anders aus, erklärt der Paar-Coach Eric Hegmann auf "wunderweib.de":

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Er hat ein geringes Selbstwertgefühl: Die häufigste Ursache für ein niedriges Selbstwertgefühl liegt laut Sigmund Freud in der Kindheit, wo der Narzisst vermutlich einen Verlust von Nähe oder Zuneigung erfahren hat. Die Folge: Er muss seine Selbstzweifel durch Anerkennung von Anderen aufwerten lassen. Ein Narzisst braucht jede Menge Zuwendung, um glücklich zu sein.

Er besitzt keine Empathie: Einem Menschen mit einer narzisstischen Störung fällt es schwer, sich in andere hineinzuversetzen. Das macht ihn so unberechenbar, was wiederum Probleme in der Beziehung verursachen kann.

Er lässt sich keine Grenzen aufzeichnen: Ein Narzisst hat Angst, seine Autonomie aufzugeben. Er hat die Befürchtung, sich in einer Partnerschaft zu verlieren. Deshalb kämpft er für seinen Freiraum. Dabei setzt er geschickt Manipulation ein und verdreht elegant die Fakten. Wenn er zum Beispiel fremdgegangen ist, legt der Narzisst es so aus, als hätte ihn seine Partnerin beispielsweise aufgrund ihres Heiratswunsches in die Arme einer anderen Frau getrieben. Er stellt sich als Opfer da.

Narzissmus in der Beziehung – eine schwierige Angelegenheit
Ist der Partner Narzisst, sorgt dies für ein Ungleichgewicht in der Beziehung. (© 2018 Chid87, Shutterstock)

So wirkt sich Narzissmus auf die Beziehung aus

Wer mit einem Narzissten liiert ist, der stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Stattdessen bemüht sich der Partner des Narzissten um dessen Zuneigung und würde alles für ihn tun. Und der Narzisst? Der genießt die Aufmerksamkeit, gibt aber nichts zurück.

Narzissmus sorgt daher für ein Ungleichgewicht in der Beziehung, erklärt Hegmann. Während sich der Partner für den Narzissten regelrecht aufopfert, genießt es dieser, umgarnt zu werden. Doch eine Partnerschaft lässt sich nur auf Augenhöhe gestalten und eben das ist mit einem narzisstischen Menschen nur schwer möglich. Aber nicht, weil er nur sich selbst liebt – sondern, weil er sich selbst nicht lieben kann und daher auch keinen anderen.

Kann man Narzissmus behandeln?

Narzissmus ist eine krankhafte Persönlichkeitsstörung, die mithilfe einer Psychotherapie behandelt werden kann. Doch ganz so einfach ist es nicht. Aufgrund der Störung sehen Narzissten oft nicht ein, dass sie Hilfe benötigen. Viel eher geben sie ihren Mitmenschen die Schuld an ihrer Situation. Auch in Paartherapien stößt man somit meistens auf Granit. Ohne Empathie ist es schwer, eine Beziehung aufzubauen, weiß Eric Hegmann. Sein bitteres Fazit: Da Narzissten kein Einfühlungsvermögen besitzen und in den meisten Fällen keine Einsicht zeigen, bleibt dem Partner nichts anderes übrig, als die Beziehung zu beenden und einen Neuanfang zu wagen – weit weg vom Narzissmus.

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