Intimpiercing für Frau und Mann: Diese Arten gibt's

Intimpiercing für Frau und Mann: Diese Arten gibt's

Intimpiercings werden immer beliebter. Sie sind nicht nur ein optisches Highlight, manche Arten sind sogar stimulierend und können das Sexleben verbessern.

Welche Arten von Intimpiercings gibt's eigentlich für Frau und Mann? Tut das Stechen weh? Und wie läuft das alles überhaupt ab? Silvi Carlsson hat eine mutige junge Frau ins Piercingstudio begleitet. Schau dir die bewegten Bilder an – und wir beantworten dir zusätzlich noch ein paar Fragen.

Was ist eigentlich ein Intimpiercing?

Piercings sind schon seit vielen Jahren angesagt. An den Ohren, der Nase, den Lippen oder auch an den Brustwarzen zieren kleine Metallstäbe oder -ringe den Körper. Und was sollen Intimpiercings sein? Ganz einfach: Piercings, die sich im Bereich der Genitalien befinden. Die gibt's sowohl für Männer als auch für Frauen. Aufgrund der abweichenden Anatomie unterscheiden sie sich jedoch zumeist – es gibt nur wenige Arten, die sich beide Geschlechter stechen lassen können.

Seit wann piercen sich Menschen im Genitalbereich?

Die Geschichte der Intimpiercings ist lang. Schon im Kamasutra aus dem zweiten Jahrhundert wurde der Genitalschmuck erwähnt. Die Herkunft wird in Südostasien vermutet. In die westlichen Länder kamen die Intimpiercings dann durch ethnographische Berichte. Der niederländische Forscher Anton Willem Nieuwenhuis etwa beschrieb im Jahr 1897 seine Reise durch Borneo, auf der er gepiercte Männer sah. Wirklich beliebt wurden die Intimpiercings in der westlichen Welt allerdings erst in den 1970er und 1980er Jahren.

Warum lassen sich Frauen und Männer ein Intimpiercing stechen?

Natürlich lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten – es gibt so viele Motivationen, die sich von Person zu Person unterscheiden. Am häufigsten ist wohl der ästhetische Aspekt. Viele finden Intimpiercings sehr schön und sexy. Auf der anderen Seite haben einige Varianten jedoch auch einen stimulierenden Effekt, so dass Intimpiercings teilweise auch zur Intensivierung des sexuellen Empfindens gestochen werden.

Welche Intimpiercing-Arten gibt es?

Generell lassen sich also stimulierende und ästhetische Intimpiercings unterscheiden. Allerdings ist es wichtig zu betonen, das vor allem Frauen von dem erregenden Effekt profitieren. Insbesondere solche Piercings, die durch die Klitorisvorhaut gehen oder nahe des Kitzlers liegen, können das Lustempfinden verstärken und intensivere Orgasmen hervorrufen. Dazu zählen:

  • das Klitorispiercing durch die Klitoris
  • das Isabella-Piercing, das tief gestochen wird – von der Harnröhre bis zur Klitorisvorhaut
  • vertikale und horizontale Klitorisvorhautpiercings
  • das Deep Hood Piercing, dessen Stich tief unter dem Klitorisschaft auf Höhe der Klitorisvorhaut verläuft
Intimpiercing für Frau und Mann: Diese Arten gibt's
Einige Frauen berichten, dass sie mit Intimpiercing mehr Lust haben und intensivere Orgasmen erleben. (© 2018 Sergey Sharkov, Shutterstock)

Die Intimpiercings, die eher der Verzierung des Genitalbereichs dienen und selten einen stimulierenden Effekt haben, sind:

  • das Schamlippenpiercing (innen oder außen)
  • das Triangle-Piercing, das horizontal durch die Stellen gestochen wird, wo die Klitorisvorhaut in die inneren Schamlippen übergeht
  • das Christina-Piercing, das am oberen Ende der äußeren Schamlippen gestochen wird und am Venushügel wieder austritt

Soviel zu den Frauen. Aber auch Männer können sich Intimpiercings stechen lassen. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass es sich bei ihnen eher um verzierenden Schmuck handelt. Einige Männer berichten zwar von einem stimulierenden Effekt, doch meistens ist es die Frau, die durch das Metall am Penis erregt wird. Das betrifft vor allem Piercings, die durch die Eichel gestochen werden. Zu ihnen zählen:

  • das Prinz-Albert-Piercing, das von der Harnröhre aus durch die Penisschaftwand geht und neben dem Frenulum austritt
  • das Dydoe, das vor allem beschnittene Männer haben und das durch den Rand der Eichel gestochen wird
  • das Ampallang, das einmal vertikal durch die Eichel verläuft

Außerdem gibt es auch Piercings für Penisschaft und Hodensack:

  • das Vorhautpiercing durch die Vorhaut
  • das Frenulumpiercing durch das Bändchen, das Vorhaut und Eichel verbindet
  • das Lorumpiercing durch die Stelle zwischen Penisschaft und Hodensack
  • das Hafada-Piercing durch die Haut des Hodensacks

Und dann wären da noch die Intimpiercings, die sowohl Frau als auch Mann tragen kann:

  • das Guiche-Piercing durch den Damm
  • das Analpiercing durch die Innenseite des Schließmuskels und dem Damm

Du bist neugierig geworden? Wir sagen dir alles, was du zum Sex mit Intimpiercing wissen musst.

Tut das Stechen weh?

Okay, eine Frage hast du sicher trotzdem noch: Tut das Stechen eines Intimpiercings weh? Natürlich unterscheiden sich die jeweiligen Piercings sehr und auch das Schmerzempfinden ist individuell. Generell ist natürlich hervorzuheben, dass sich im Intimbereich viele Nervenenden befinden und er dadurch sehr empfindlich ist. Trotzdem ist das Piercen eine kurze Prozedur – und wie du oben im Video sehen kannst, ist alles schneller vorbei, als man denken würde.

Hast du dennoch Sorge, sprich mit einem Piercer. Er wird dir möglicherweise die Angst nehmen können und weitere Tipps geben. Plus: Du kannst Vertrauen aufbauen und so leichter die Entscheidung fällen, ob du ein Intimpiercing haben möchtest oder nicht.

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