"Black Mirror": Netflix stellt Pille Danach falsch dar

Fehler bei "Black Mirror": Netflix stellt die Pille Danach falsch dar

Aufklärungsbedarf bei Netflix! Die Macher hinter der Serie "Black Mirror" haben die Wirkung der Pille Danach in einer Folge komplett falsch dargestellt.

Fehler bei "Black Mirror": Netflix stellt die Pille Danach falsch dar

Wie die Pille Danach wirklich wirkt, ist für viele offenbar noch immer ein großes Rätsel. Deshalb sollte es Aufgabe sein, über Mythen und falsche Annahmen aufzuklären. Umso gravierender ist ein Fehler, der Netflix in einer Serie unterlaufen ist. In einer Folge von "Black Mirror" stellt der Streaming-Anbieter die Pille Danach fälschlicherweise als Abtreibungsmittel dar – und Mediziner sind schockiert.

Was geschah bei "Black Mirror"?

In der Folge "Arkangel" wird – typisch für "Black Mirror" – eine dunkle Zukunftsvision gezeichnet. Eine Mutter sorgt sich um ihre Tochter und lässt ihr einen Chip implantieren, mit dem sie ihr Kind nicht nur orten, sondern auch seine Körperfunktionen checken und durch seine Augen sehen kann. All das, was die Kleine sieht, kann sich die Mutter auf ihrem Tablet anschauen.

Das Mädchen wächst heran, nach und nach entwickeln sich Probleme aus der ständigen Überwachung und die Mutter entscheidet, das Tablet auf den Dachboden zu verbannen – bis die Tochter beginnt, auszugehen und nicht mehr erreichbar ist. Die Lösung? Die Mutter greift erneut zum Tablet, ortet die mittlerweile 15-Jährige und sieht, wie sie gerade ihr erstes Mal mit einem Jungen hat.

Die Anzeige der Körperfunktionen ergeben kurz darauf, dass es beim ungeschützten Sex zu einer Befruchtung kam. Die Mutter handelt sofort: Sie kauft die Pille Danach in der Apotheke und mischt sie ins Essen ihrer Tochter. Das Mädchen muss sich daraufhin in der Schule übergeben und erfährt von einer Ärztin, dass es die Pille Danach eingenommen hatte. Die Wirkung habe dazu geführt, dass es nicht mehr schwanger ist. Eine fatale Falschdarstellung.

Gravierendes Missverständnis der Pille Danach

Hier zeigt sich, dass Netflix die Wirkung der Pille Danach offensichtlich nicht verstanden hat. Das Notfallverhütungsmittel ist nicht dafür gedacht, eine bestehende Schwangerschaft zu beenden – und ist dazu auch nicht in der Lage. Selbst bei einer Überdosierung wird keine Abbruchblutung eingeleitet, die eine befruchtete Eizelle aus dem Körper befördert.

In Deutschland gibt es zwei Arten der Pille Danach, die in den Apotheken rezeptfrei angeboten werden. Beide verschieben den Eisprung um circa fünf Tage, sodass ein Zusammentreffen von einer befruchtungsfähigen Eizelle und Spermien verhindert wird. Das Präparat bricht somit keine Schwangerschaft ab, sondern beugt ihr vor. ellaOne®, basierend auf dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA), kann jedoch bis kurz vor dem Eisprung, also an den fruchtbarsten Tagen der Frau, noch wirken. Pillen Danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) wirken bis zwei bis drei Tage vor dem Eisprung.

Richtig ist, dass es bei der Einnahme der Pille Danach unter Umständen zu Nebenwirkungen wie Erbrechen kommen kann. Doch das muss nicht sein! Die Notfallverhütung gilt als sehr verträglich, Nebenwirkungen sind individuell und treten nicht bei jedem auf.

Eine Welle der Entrüstung in den USA

Netflix muss für die falsche Darstellung in den Staaten viel Kritik einstecken. Mediziner zeigen sich bestürzt über die falsche Darstellung und drängen auf eine Richtigstellung. Denn: Eine Verhütungspanne kann jedem mal passieren. Sie ist kein Weltuntergang. Die Pille Danach hilft, eine Schwangerschaft zu verhindern, sodass es gar nicht erst zu einer Abtreibung kommen muss.

Wie hat dir der Artikel gefallen?
0
2
Main image
Logo

Verwandte Artikel