"Die Pille Danach ist kein Smartie": Jens Spahn hat recht

"Die Pille Danach ist kein Smartie": 4 Gründe, warum Jens Spahn damit irgendwie recht hat

"Die Pille Danach ist kein Smartie" – mit dieser Äußerung hat der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn gewissermaßen recht. Wir erklären dir, warum.

"Die Pille Danach ist kein Smartie": 4 Gründe, warum Jens Spahn damit irgendwie recht hat

Kanzlerin Angela Merkel stellt die CDU-Minister der neuen Regierung vor. Unter ihnen ist auch Jens Spahn, der demnächst als Gesundheitsminister ins Kabinett einzieht. Bereits vor einigen Jahren trat der CDU-Politiker eine heiße Diskussion los. Er machte er deutlich, dass er die rezeptfreie Abgabe der Pille Danach problematisch findet.

In einem Gastbeitrag auf "ZEIT online" schrieb Jens Spahn: "Die Pille Danach ist kein Smartie." Und in gewisser Weise hat er damit sogar recht. Denn:

1. Smarties wirken nur wenige Sekunden – die Pille Danach bis zu 5 Tage nach einer Verhütungspanne

Alles zur Pille Danach

Smarties sind köstlich! Unter dem Zuckermantel verbirgt sich ein Schokokern, dessen Geschmack uns in den siebten Himmel trägt. Aber so schnell, wie es uns in luftige Höhen verschlagen hat, so schnell fallen wir auch wieder. Denn sobald der Smartie seinen Weg in Richtung Magen angetreten hat, verschwinden die Glücksgefühle wieder. Smarties haben also eine "Wirkdauer" von nur wenigen Sekunden.

Die Pille Danach ist anders. Weder steht sie für Genuss noch für schnelle Glücksgefühle. Sie ist gewissermaßen der Retter in der Not, wenn nach einer Verhütungspanne eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden soll. Die Einnahme des Notfallverhütungsmittels mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaOne®) kann bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne erfolgen, am besten jedoch so schnell wie möglich. Sie verschiebt den Eisprung um ca. fünf Tage. Auf diese Weise kann eine Befruchtung vermieden werden. Eine deutlich längere Wirkdauer, oder?

2. Smarties kriegst du in jedem Supermarkt – die Pille Danach nur in der Apotheke

Einfacher lässt sich der Unterschied wohl nicht klarstellen: Während du Smarties ratzfatz in nahezu jedem Supermarkt kaufen kannst, wirst du die Pille Danach in den Regalen der Lebensmittelhändler vergeblich suchen. Die gibt es ausschließlich in der Apotheke. Einzige Parallele: Für keines der beiden Produkte brauchst du ein Rezept. Seit einigen Jahren erhältst du die Pille Danach in Apotheken rund um die Uhr, um nach einer Verhütungspanne möglichst schnell handeln zu können. Dabei zieht der Apotheker aber nicht einfach die Ware übers Band wie der Kassierer im Supermarkt, sondern führt ein diskretes Beratungsgespräch mit dir. Hier findest du eine Checkliste möglicher Fragen, die er dir stellen könnte.

3. Viele, viele bunte Smarties machen dick – die Pille Danach verhindert einen kugeligen Bauch

Es ist kein Geheimnis, dass Smarties Süßigkeiten sind – und die enthalten bekanntermaßen Kalorien, die für eine Gewichtszunahme sorgen können. Die Folge: Smarties können dick machen. Die Pille Danach ist anders. Sie verhindert gewissermaßen, dass du einen dicken Bauch bekommst. Warum? Weil sie einer ungewollten Schwangerschaft vorbeugen kann. Achso, und Kalorien spielen bei ihr auch keine Rolle.

4. Smarties stehen für leichtfertiges Naschen – die Pille Danach für ein selbstbestimmtes Leben

Sie sind kunterbunt und laden dazu ein, sie einfach zu vernaschen: Das Erscheinungsbild von Smarties ist einfach verführerisch. Bei ihrem Anblick kommt es dir wahrscheinlich kaum in den Sinn, groß darüber nachzudenken, ob und wie viele der leckeren kleinen Schokodrops du verzehrst. Unbeschwert greifst du zu und machst dir meist keine Gedanken über eventuelle Folgen.

Anders bei der Pille Danach: Sie ermöglicht es Frauen, über ihren Körper und ihre Zukunft selbst zu entscheiden. Eine Verhütungspanne kann jedem passieren – sie muss aber nicht dein künftiges Leben bestimmen. Du kannst wählen, ob du bereit für Nachwuchs bist oder nicht. Die Pille Danach kann deinen Eisprung verschieben, sofern sie möglichst zeitnah eingenommen wird. Eine solche Entscheidung ist alles andere als leichtfertig gefällt – aber sie ermöglicht dir ein selbstbestimmtes Leben!

Die Pille Danach ist kein Smartie
Die Pille Danach unterscheidet sich wirklich von Smarties.

Zum Hintergrund

Der Satz "Die Pille Danach ist kein Smartie" ist nicht ganz neu. Bereits 2014 löste Jens Spahn damit einen Shitstorm los. Er wollte mit seiner Äußerung deutlich machen, dass das Notfallverhütungsmittel auf keinen Fall ohne Rezept und ohne ärztlichen Rat für Frauen zugänglich sein sollte.

Das sahen schon zu diesem Zeitpunkt viele Menschen anders. Unter dem Hashtag #wiesmarties twitterten Spahns Gegner damals, welche Vorteile ein rezeptfreier Zugang zur Pille Danach hat. Immerhin ist es sehr ratsam, die Notfallverhütung möglichst zeitnah nach einer Verhütungspanne einzunehmen. Und das sei nicht immer möglich, wenn man auf einen Arzttermin warten muss.

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