Micro-Cheating: Neue Form des Fremdgehens?

Micro-Cheating: Hat das wirklich etwas mit Fremdgehen zu tun?

Nach Ghosting, Benching und Haunting erobert der Begriff Micro-Cheating die sozialen Netzwerke. Darunter wird eine ganz besondere Form des Betrugs verstanden.

Micro-Cheating: Hat das wirklich etwas mit Fremdgehen zu tun?

Nach Ghosting und Benching macht nun ein neues Beziehungs-Phänomen auf Social Media die Runde: Micro-Cheating. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine abgeschwächte Form des Fremdgehens. Welche "Vergehen" darunter fallen und ob man tatsächlich von einem Seitensprung reden kann, erfährst du hier.

Micro-Cheating: Fremdgehen in der Fantasie

Das sogenannte Micro-Cheating bezeichnet weder Fremdknutschen oder gar unerlaubte One-Night-Stands, sondern Handlungen, die im ersten Moment nicht unbedingt als Betrug gelten. Das können zum Beispiel heimliche Sex-Fantasien bis hin zu SMS-Flirts sein, die bewusst vor dem Partner verheimlicht werden. Kommt der hinter den Mini-Schwindel, kann das dennoch echte Beziehungsprobleme hervorrufen. Der Grund: Auch wenn beim Micro-Cheating niemand mit einer anderen Person geschlafen hat, führt das Verheimlichen zum Vertrauensbruch.

Fragen Pille Danach

Wirklich neu ist das Phänomen Micro-Cheating dabei nicht, lediglich die Bezeichnung. Außerdem scheint es dank Social Media und Dating-Apps einfacher geworden, den Partner in Gedanken oder virtuell zu hintergehen.

Fremdgehen – irgendwie Definitionssache

Auf Social-Media-Plattformen diskutieren User fleißig über Micro-Cheating. Ob man bei dieser Variante tatsächlich von einem Fremdgeh-Skandal sprechen kann, daran scheiden sich die Geister. Schließlich steht jedes Paar anders zu den Themen Flirten, neue Bekanntschaften oder heimliche SMS. Während das für einige ein absolutes No-Go ist, sehen es andere ganz frei nach dem Motto "Appetit holt man sich draußen, gegessen wird zu Hause".

Zu einem ähnlichen Fazit kommt auch der Psychologe Justin Lehmiller im Magazin "Science of Us". Was als Betrug definiert wird, würden beide Partner untereinander festlegen. Grundsätzlich schenke man beim Micro-Cheating lediglich für kurze Zeit jemand anderes die Aufmerksamkeit und das sei völlig unbedenklich. Lehmiller meint: "Wir werden eben vom Unbekannten erregt."

Abwechslung hält die Liebe frisch

Nur weil jemand hin und wieder an andere Personen denkt, bedeute das noch lange nicht, dass er oder sie den eigenen Partner nicht mehr liebt, stellt der Psychologe klar. Das typische Verhalten beim Micro-Cheating sei einfach menschlich. Es ist ganz normal, dass wir uns nach einer jahrelangen Beziehung gelegentlich nach etwas Neuem sehnen. Damit die geheimen Fantasien aber am Ende nicht mit einem One-Night-Stand oder in einer Affäre ausgelebt werden und so die Beziehung gefähren, ist es sinnvoll, Wünsche offen mit der besseren Hälfte zu besprechen. So könnt ihr gemeinsam an einer Lösung arbeiten und neuen Schwung ins Liebesleben bringen.

Und mal Hand aufs Herz: Können wir es unserem Liebsten verübeln, wenn er sich manchmal sinnlichen Sex mit Megan Fox oder Scarlett Johansson ausmalt? Eher nicht, denn auch wir träumen gerne von Abenteuern mit Channing Tatum oder Ryan Gosling, oder?

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