Demisexuell: Was bedeutet das?

Demisexuell: Was bedeutet das?

Sex ohne Gefühle – das kommt für Demisexuelle normalerweise nicht infrage. Aber was genau ist Demisexualität? Wir klären dich auf.

Demisexuell: Was ist das und welche Vorliebe steckt dahinter?

Hetero-, homo- oder asexuell – diese Begriffe kennst du sicherlich bereits. Doch was bedeutet es, demisexuell zu sein? Demisexuelle fühlen keine sexuelle Anziehungskraft durch Äußerlichkeiten. Sie müssen eine starke emotionale Bindung zu jemandem aufbauen, um sich auch sexuell für ihn zu interessieren.

Sekundäre sexuelle Anziehung ist entscheidend

Bei Demisexualität spielt die primäre sexuelle Anziehung keine vorrangige Rolle: Merkmale wie Aussehen, Stimme oder Bewegung üben auf Demisexuelle keine erotische Faszination aus. Sie empfinden hingegen eine sexuelle Anziehung zu sekundären Merkmalen, also Eigenschaften, die sie erst kennenlernen müssen. Dazu zählen beispielsweise Charaktereigenschaften wie der Humor. Erst wenn Demisexuelle einen Menschen sehr gut kennen und ihm vertrauen, fühlen sie auch das Verlangen, sich ihm körperlich hinzugeben.

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Mit einem Unbekannten zu flirten oder einen One-Night-Stand mit einem Fremden zu haben, ist für Demisexuelle uninteressant. Nicht, weil sie es für moralisch falsch halten, sondern weil es keinen Reiz auf sie ausübt. Demisexualität ist eine Empfindung und keine Entscheidung. Menschen mit dieser sexuellen Orientierung verzichten nicht bewusst auf Sex, weil sie zum Beispiel bis zur Hochzeit warten wollen. Ohne eine tiefe Verbindung zu einem Menschen spüren viele keine Lust und kein Verlangen nach Sex.

Demisexuell: Was ist typisch dafür?

Du fragst dich, ob du vielleicht demisexuell bist? Folgende Eigenschaften können darauf hindeuten. Allerdings lassen sich sexuelle Neigungen nicht immer klar definieren. Daher müssen diese Punkte nicht unbedingt zutreffen oder vollständig sein.

1. Du denkst anders über sexuelle Anziehung

Während andere ständig von dem sexy Kellner oder dem süßen Typen aus der Bahn sprechen, mit denen sie gerne eine heiße Nacht verbringen würden, ist dir das persönliche Kennenlernen einer Person wichtiger als sexuelle Abenteuer. Dass ein Fremder allein durch sein Aussehen diesen Reiz ausübt, kannst du nicht nachvollziehen.

2. Du bist sehr wählerisch bei Sexualpartnern

Du hast zwar grundsätzlich ein Interesse an Sex, aber beim Besuch einer Party oder beim Feiern in der Disco fällt dir normalerweise niemand auf, mit dem du gerne ins Bett gehen würdest. Erst wenn du jemanden in intensiven Gesprächen kennengelernt und eine Verbindung zu ihm aufgebaut hast, wirkt er auch körperlich anziehend auf dich.

3. Sexflauten stören dich nicht

Wenn du gerade nicht in einer Beziehung bist oder ein emotionales Interesse an jemandem hast, hast du gar keine Lust auf Sex und vermisst ihn auch nicht.

4. Dating ist nicht dein Ding

Dating-Apps, in denen du Flirt-Partner anhand ihres Profilbilds beurteilen sollst, kannst du nichts abgewinnen. Ohnehin findest du es unangenehm, Menschen zu daten, die du eigentlich noch gar nicht kennst. Du verabredest dich lieber mit Freunden und hast dich bisher auch nur in Menschen verliebt, mit denen du bereits befreundet warst.

Hör auf dich selbst

Demisexuelle haben es zuweilen schwer, offen mit ihren Empfindungen umzugehen. Teilweise, weil es an Akzeptanz in ihrer Umgebung fehlt, teilweise, weil sie selbst das Gefühl haben, etwas würde mit ihnen nicht stimmen. Doch falls du selbst diese Empfindungen kennst, sei unbesorgt. Du musst dich keinem gesellschaftlichen Bild anpassen, um "normal" zu sein.

Persönliche Grenzen zu ziehen, ist wichtig. Denn schließlich sollst du entscheiden, was dir Spaß macht. Und: Ob hetero-, homo-, a- oder demisexuell – man muss nicht alles definieren. Es kommt darauf an, dass du deine Gefühle ernst nimmst und Sex hast, wann und wie du es willst. Oder eben auch nicht.

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